Die Geschichte der Firma MOST Schokolade
Dezember 6, 2009 nach RomanMariaKoidl
Abgelegt unter Heritage 1859, MOST Schokolade
Bereits als 23jähriger gründet der Pfefferküchler Bernhard Most 1859 in Halle an der Saale sein Unternehmen. Im Mittelpunkt steht zunächst die Produktion von Lebkuchen, die im eigenen Laden verkauft werden. Aufgrund des ausgeprägten Qualitätsbewusstseins von Bernhard Most wächst das Unternehmen stetig und er übernimmt 1875 ein zweites “Zuckerwaren- & Honigkuchen-Fabrikgeschäft”.
Kurz darauf erwirbt Bernhard Most ein Grundstück, auf dem seine Fabrik zur Herstellung von Schokoladenwaren ihren Betrieb aufnimmt. Um die Jahrhundertwende ist aus der “Dampf-Chocoladen- und Honigkuchenfabrik” ein weit über den regionalen Raum hinaus bekanntes Unternehmen geworden.
1932 geht MOST für die damalige Zeit revolutionäre Wege. Binnen weniger Monate werden 165 eigene Läden im gesamten Reichsgebiet eröffnet, die von nun an den ausschliesslichen Verkauf der MOST Produkte übernehmen.
1938 entwirft Prof. Deffke, Berlin das neue Signet für das Familienunternehmen MOST. Bis weit in das Jahr 2000 ist es das unverwechselbare Markenzeichen für alles, was aus dem Hause MOST kommt. Die erfolgreiche und vielversprechende Entwicklung des Unternehmens wird jäh durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Und bei Kriegsende sind grosse Teile des Werkes in Halle durch Bomben zerstört. Das Firmenvermögen wird entschädigungslos enteignet.
Nur ein Laden steht der Familie als Keimzelle für den Neuaufbau des Unternehmens zur Verfügung. Er steht in Göttingen. Die Fensterscheiben sind zertrümmert und werden durch Sprossen mit Cellophanzuschnitten ersetzt. Aber schon stehen Menschenschlangen vor dem Laden.
1959 feiert MOST sein 100 jähriges Bestehen. Aus dem einstmals produzierenden Unternehmen ist nun ein reines Einzelhandelsunternehmen mit Sitz in Hannover entstanden. 50 Läden in den besten Lagen der Städte bieten nun erlesene Confiserie-Spezialitäten von hoher Qualität.
Der Kanzler kauft bei MOST. Ein Reporterteam einer grossen Illustrierten begleitet im Dezember 1964 Bundeskanzler Ludwig Erhard beim weihnachtlichen Einkaufsbummel in Bonn. Erhard schätzt nach eigenem Bekunden “Süssigkeiten, vor allem Gewürzkuchen”.
1972 hat MOST wieder ein eigenes Zuhause. In Sarstedt wird das neue Verwaltungs- und Lagergebäude eingeweiht. Von hier aus werden nun alle MOST-Läden mit Ware und Informationen versorgt.
Seit der Übernahme durch den Unternehmer Roman Koidl wurde das Erscheinungsbild von Most grundlegend geändert. Zusammen mit Deutschlands bekanntestem Designer für “Packaging”, der Peter Schmidt-Group wurde ein neues Logo entwickelt, das sich jedoch aus den Grundlagen der Marke ableitet, wie wir sie aus den 30er Jahren kennen. Der kleine Affe, von der Kakaopflanze naschend, ergänzt das Bild.
In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen seinen vertrieblichen Schwerpunkt von eigenen Ladenlokalen, hin zu alternativen Vertriebswegen gelenkt – hochwertige Confiserie und Schokolade steht dabei ganz im Vordergrund. Most produziert heute in der Schweiz und verfügt zur Versorgung des Deutschen Marktes über eigene Lager- und Logistikkapazitäten in Sarstedt bei Hannover.



